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Schwangerschaft ist Beziehungsarbeit

Eine unerwartet intime Beziehung zum Kind im Bauch wachsen lassen, die Beziehung zum Partner stärken, eine vertrauensvolle Beziehung zur Hebamme und zum Arzt aufbauen, die Familienbande neu definieren und ausweiten: die Schwangerschaft ist für mich zu weiten Teilen von Beziehungsarbeit geprägt. Nicht zuletzt bin ich im ständigen Kontakt mit meinem Innersten und begegne Gefühlen und Erfahrungen aus meiner Kindheit, an die ich mich vorher kaum erinnern konnte.

Meine Mutter und meine Großmütter rücken immer öfter ins Zentrum meines Gefühlslebens, meiner Neugierde und meiner Vorfreude. Ich kann mich nicht satt hören an den Geschichten meiner Kindheit, der Kindheit meiner Eltern und der dazugehörigen Schwangerschaften. Ständig male ich mir in den buntesten Farben aus, wie unsere Reise noch weitergehen wird, während der kleine Rabauke in mir die Bauchtrommel spielt.

Ich bemerke, dass sich auch meine Freundschaften verändern. Ich wünsche mir, dass die Menschen, die mir im Moment viel bedeuten auch die nächsten Jahre Teil von meinem Leben bleiben können. Trotzdem spüre ich eine neue erstaunlich harte Haltung in mir aufkeimen: „entweder du bist mit mir und meinem neuen Leben oder unsere Wege werden sich trennen.“ Woher kommt dieses Gefühl? Viele Freundinnen haben mir bereits warnende Worte mitgegeben, dass es besonders schwer sei Schritt und Kontakt zu halten mit Freundinnen und Freunden, die sich nicht gerade in der akuten Kleinkind-Baby-Phase befinden. Ich bin sehr gespannt auf die vielen Veränderungen und fiebere dem Moment der Geburt unseres Sohnes mit unbändiger Vorfreude und einer tiefen Dankbarkeit für all das, was uns schon geschenkt wurde, entgegen.

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