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SOS – Nerven über Bord!

Und? Seid ihr schon zu dritt?“ „Du, Montag würde uns so gut passen, da haben wir beruflich in Wien zu tun und jetzt wird er doch wohl endlich kommen!“ „Was, das Baby ist IMMER NOCH NICHT DA????“ Ich werde tagtäglich mit Nachrichten und Anrufen aus allen Höllenschlunden der modernen Telekommunikation belästigt – es gibt kein Entkommen. Wird nicht sofort geantwortet, weil ich meine Funktion als hauptberufliche Baby-Auskunftszentrale für fünf Minuten schändlich vernachlässige, hat das einen Sturm von noch mehr Anrufen und Nachrichten zu Folge, die sich dann auch auf die leidgeprüften Omas in spe oder meinen Mann ausdehnen – natürlich mit entsprechend panisch-forderndem Unterton.

Am Liebsten würde ich mein Handy im Nudelwasser versenken – ich habe mir in meiner Verzweiflung gestern sogar ein quietschviolettes Cover gekauft, das auch das Display abdeckt – so muss ich dann das Geblinke und Getüdle wenigstens nicht mehr sehen! Werte Leserinnen und Leser – meine Nerven liegen blank! Nie hätte ich gedacht, dass die etwas spätere Ankunft unseres Sprosses in Kombination mit den hunderten Kontaktgesuchen aus meinem Umfeld mich derart in die stimmungstechnische Bredouille bringen würden. Doppelt und dreifach nervig sind dann auch noch die ständigen Ratschläge, wie: „Genieße die Zeit, dann hast du nichts mehr zu lachen!“ oder mein Favorit: „Denk’ einfach nicht so viel dran!“ Den Menschen möchte ich sehen, der nicht dauernd „daran denkt“, wenn ein gefühlter 20-Kilo-Mehlsack vor die Körpermitte geschnallt ist, jeder Aufsteh- und Manövrierversuch in Zeitlupe und nur unter massiven Geächze stattfindet und die eben besagten Nachrichten und Anrufe auch keinen Zweifel daran lassen, dass ich im Lieferzwang und in einer gewissen Bringschuld bin. Zum Teil wurde ich schon richtig angegrantelt – als ob ich etwas dafür kann, dass sich der kleine Zwerg halt noch ein paar Tage Zeit lässt! Mein einziger Silberstreif am Horizont ist die Vorstellung, dass es jetzt wirklich nicht mehr lange dauern kann, bis wir unseren Goldschatz in die Arme schließen dürfen und dass dann hoffentlich mit seinem ersten Atemzug sowohl diese anstrengende Phase als auch die Geburt selbst zur Nebensache werden.

Kommentare

2 thoughts on “SOS – Nerven über Bord!”

  1. monika sagt:

    Mein Herzblatt, mein geliebter Schatz, mein wunderbares, starkes Mädchen!
    Ich leide und fühle mit dir! Dieser kleine Junge wird die Gemütlichkeit, die er jetzt schon an den Tag legt, hoffentlich auch zelebrieren, wenn er dann da ist. Es kann ja trotz allem nicht mehr lange dauern! Ich glaube, die Natur in ihrer Raffiniertheit hat das so angelegt, das mit dem Ächzen, Stöhnen, Warten, Nerveln, Hoffen und Wollen, damit man dann wirklich bereit ist für die Entbindung und keine Zicken macht, frei nach dem Motto „Hauptsache, die Schwangerschaft geht zu Ende“…
    Zumindest denke ich, dass es so ist.
    Sollen alle ruhig in der Zwischenzeit beim Großmaminator anrufen, leite sie einfach um zu mir, ich halte dir den lieben, schönen, gepeinigten Rücken frei und erteile gerne Auskünfte aller Art…

  2. Liebe Susi Krautgartner,
    bestens getroffen, gratuliere! Und kann gleichzeitig versichern: die Fragerei geht munter weiter. Schläft er/sie schon durch? Krabbelt er/sie schon? Na, wann kommt denn der erste Zahn? Grinsende lg Sabine Kronberger

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