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Tag #0: Im Höllentempo zur Entschleunigung

Es ist wie jedes Jahr vor Weihnachten:  Als gäbe es kein Nachher, versucht man vor dem Tag X noch alles zu erledigen, was sich irgendwie erledigen lässt. FreundInnen wollen besucht, die Wäsche will gewaschen, die Wohnung geputzt, der Kühlschrank gefüllt werden. Und dann ist da ja auch noch die innere Einkehr, die man kultivieren soll, als Punkt 27 auf der vorweihnachtlichen To-Do-Liste sozusagen.

Auch wenn, wie einer meiner Facebook-Freunde postet, bereits Lebkuchen an den Supermarktkassen gesichtet werden, steht im Moment nicht Weihnachten vor der Tür, sondern Sommer. Und damit mein von langer Hand geplanter Versuch, bei dem ich als Versuchskaninchen entschleunigt durch Rom und Florenz hoppeln, und mir gleichzeitig selbst dabei zusehen werde.

Darf ich Sie inspirieren?
Der Selbstversuch wurde in den letzten Jahren zum beliebten journalistischen Genre. Karen Duve hat sich im Laufe eines Jahres von der Bio-Konsumentin über die Vegetarierin zur Fruktarierin entwickelt und darüber das Buch „Anständig essen“ geschrieben – übrigens mit einem Kaninchen am Cover. Meike Winnemuth hat nach ihrem 500.000 Euro-Gewinn bei einer TV-Show ein Jahr lang jedes Monat in einer anderen Stadt gelebt und ihre Erfahrungen auf www.vormirdiewelt.de und im Buch „Das große Los“ festgehalten. Wie Nunu Kaller sich vom Shopaholic zur kritischen Konsumentin mauserte, kann man auf http://ichkaufnix.wordpress.com/ und im gleichnamigen Buch nachlesen.

Nun ja. Ein solch großes Experiment verträgt mein Leben derzeit nicht. Aber 10 Tage Entschleunigung, das muss drin sein. Als Recherche für meinen Themenschwerpunkt im Oktoberheft von Welt der Frau nämlich. An jedem Tag werde ich einen anderen Tipp aus den gefühlten 10 Kilogramm Entschleunigungs-Ratgebern, die ich mir zugelegt habe, beherzigen. Beginnen werde ich mit einer total entschleunigten Zugfahrt nach Rom. Dann werde ich einen Tag lang nur Gelb sehen, und einen anderen Tag lang den Himmel beobachten. Ich werde beim Cappuccino trinken nur Cappuccino trinken und sonst nichts. Ich werde beim Gehen auf meine Schritte achten oder bewusst Umwege machen. Ich werde meine ganze Aufmerksamkeit den Gerüchen oder Geräuschen um mich widmen. Ich werde singletasken und den Wind auf meiner Haut spüren.

Ab 18. Juli können Sie, liebe Leserin, lieber Leser, im Welt der Frau Blog Tag für Tag von meiner Tempodiät lesen, und ich hoffe, Sie damit zu ein wenig Langsamkeit zu inspirieren. Bis dahin aber muss ich noch multitaskend und im Höllentempo jede Menge erledigen.  Also. Wir lesen uns!

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