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Tschakka tschakka!

Eine Zumba Fitness-Dvd wird eingelegt, Michael wird im Tragetuch an mich herangezurrt, der Couchtisch kommt an die Seite und los geht’s mit dem tagtäglichen Ritual zum Einschlafen. Cha-Cha-Cha, Ausfallschritt, tschakka tschakka! Kaum sind die ersten Latinoklänge erklungen und meine Hüften in Bewegung gebracht wird unser Kleiner ruhiger, kuschelt sich ein und nur wenige Minuten später tritt er ein Tagesschläfchen an. Wenn Sie sich jetzt denken: „Wie verrückt, das würde ich nie machen! So ein Baby legt man doch einfach in sein Bettchen uns dann wird geschlafen!“, dann haben Sie entweder ein Anfängerbaby oder noch gar kein Baby. Bis ich die Zumba Methode entdeckt hatte war das Einschlafen nämlich immer ein teils stundenlanger Trage-, Still- und Singmarathon. Nun ist es möglich so ein Tagesschläfchen halbwegs verlässlich herbeizuführen um dann entweder Arbeit, Vergnügen oder Haushalt nachzugehen – immer mit dem seelig schlafenden Säugling vornedran.

Einige befreundete Paare, die schon weit früher mit der Familienvergrößerung begonnen hatten, erzählten uns schon vor Jahren von ihren Methoden um ihre Sprösslinge zum Schlafen zu bewegen. Das kam uns damals reichlich abstrus vor. Stundenlanges Föhnen im Hintergrund auf der kleinsten Stufe, nächtliche Ausfahren mit dem Auto oder Spaziergänge hinter dem Haus in Eiseskälte, obwohl es im Haus wohlig warm ist. Wir waren doch tatsächlich überheblich und unwissend genug zu glauben, dass das übertrieben oder gar unnötig sei. Heute können wir darüber nur schmunzeln und stehen geläutert der Tatsache gegenüber, dass wir so ziemlich alles machen würden um dem kleinen Rabauken ein paar Stunden Schlaf abzuringen. Wir halten uns auch nicht zurück den befreundeten Paaren davon zu erzählen um bei denen mit Kindern auf ein heftiges Nicken und Grinsen zu stoßen. Die restlichen Freundinnen und Freunde runzeln die Stirn und amüsieren sich bestimmt am Rückweg in ihre zusammengeräumten, babyfreien Wohnungen prächtig darüber.

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