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Vier Frauen decken auf

Haben Sie die Akte „Hypo Alpe Adria“ schon durchschaut? Ein Kunstprojekt auf dem Linzer Domplatz unterstützt Sie dabei.
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Die Installation „aufdecken“ ist ab 1. April auf dem Linzer Domplatz zu sehen und zu nutzen. Am 1. April wird ab 19.30 Uhr im Linzer „Kepler Salon“ über das Thema mit einer hochkarätigen Expertengruppe diskutiert (www.keplersalon.at).

Sie haben die Tafel vergeblich umgedreht. Herr Grasser kann sich an nichts erinnern“,  „Ex-Hypo-Chef Franz Pinkl bekam nach zehn Monaten im Amt zwei Millionen Euro Abfindung (er wollte sogar 4,5 Millionen)“, „Hypo-Riesenskandal“: Der Linzer Domplatz ist mit 300 schwarzen Holztafeln bedeckt. „Aufdecken“ steht auf der Oberseite als Aufforderung, die Tafel umzudrehen. Auf jeder Tafel finden Interessierte eine andere Botschaft, seien es Fakten, übersichtlich angeordnet, Kommentare, Berichte oder Fragen.

„Ohne Aufklärung gibt es keine Vergebung“, sagt Johanna Tschautscher. Die oberösterreichische Filmemacherin beschäftigt sich seit Jahren mit der Logik des herrschenden Finanzsystems. „Too BIG To Tell“ war ihr viel diskutierter Film zu diesem Thema. Jetzt wagt sie sich gemeinsam mit drei anderen Künstlerinnen an den größten Skandal der Zweiten Republik, das viele Milliarden schwere Debakel der Kärntner Landesbank. Andrea Ettinger, Dominika Meindl und Gabriela Mayrhofer haben mit Tschautscher die Inhalte der Tafeln konzipiert und in Handarbeit beschrieben. Sie sehen ihr Projekt als Anstoß zur Diskussion, zur Aufklärung, zur Ehrlichkeit und zum Engagement. Das Kunstwerk ist interaktiv angelegt. Die Tafeln können und sollen nach ihrem Einsatz in Linz auch ausgeborgt werden. Ob in Schulen oder auf dem Dorfplatz, für einen Tag oder für zwei Monate: Jeder Anstoß, alles, was im Fall „Hypo Alpe Adria“ noch im Dunkeln ist, soll ans Licht kommen.

Mehr Infos unter: www.aufdecken.info

Titelbild: Johanna Tschautscher, Andrea Ettinger, Dominika Meindl, Gabriela Mayrhofer (von links).

Erschienen in „Welt der Frau“ 03/16 – von Christine Haiden