11

17

Aktuelle
Ausgabe:
Zum Shop
Vom eigenen Feld leben

Österreichs Bäuerinnen helfen, dass Frauen in Lateinamerika die Ernährung ihrer Familien sichern können.

Ich säe. Ich ernte. Ich identifiziere mich mit meinem Land. Es gibt mir so viel zurück!“ Diese Worte einer Bäuerin aus dem Hochland Nicaraguas zeugen von tief empfundener Dankbarkeit der Schöpfung gegenüber, die lebensnotwendige Früchte hervorbringt. Dankbar ist die Landwirtin aber auch, weil sie weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, selber Vieh zu haben, eigene Felder zu bestellen und mit den hart erarbeiteten Erträgen immer wieder den Tisch für die Familie decken zu können. Die gute Zusammenarbeit mit anderen Frauen in den abgelegenen Dörfern sowie regelmäßige Lernzirkel, in denen sich Bäuerinnen weiterbilden, machen stark und schaffen zugleich eine gute Basis zur effizienteren Vermarktung der Ernte. Die Katholische Frauenbewegung unterstützt Bäuerinnen, die sich in Lateinamerika auf eigene Beine stellen wollen, mit Spenden aus Österreich. Das gelingt, weil sich auch hierzulande Menschen dafür interessieren, wie Frauen anderswo leben und welche Herausforderungen sie zu bewältigen haben.

HUNGER IN GUATEMALA
In weiten Teilen der Erde ist eine reiche Ernte keine Selbstverständlichkeit. Einer von neun Menschen weltweit muss jeden Abend hungrig schlafen gehen, mahnen die Vereinten Nationen. Dramatisch ist das vor allem für Kinder – etwa in Guatemala, dem bevölkerungsreichsten Staat in Mittelamerika. Dort gilt die Hälfte aller unter Fünfjährigen als chronisch unterernährt. Die Gründe dafür sind vielfältig, so kommt es etwa zu verheerenden Dürreperioden aufgrund des Klimawandels, oder Schlammlawinen und Überschwemmungen machen den landwirtschaftlichen Anbau zunichte. Mangelhaft ernährte Kinder leiden ihr Lebtag lang. Sie lernen aufgrund von Entwicklungsschäden weniger gut, finden auch deshalb als Erwachsene seltener Jobs, können sich schlechter durchschlagen und wissen nicht, wie sie später ihre eigenen Kinder gut ernähren sollen. „Unsere Projektpartnerinnen in Guatemala erzeugen aus heimischen Getreidesorten ein stärkehaltiges, nährendes Getränk für ihre eigenen Familien und darüber hinaus für die Schulkinder in der Region“, beschreibt kfb-Vorsitzende Veronika Pernsteiner eine konkrete Maßnahme, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

© MEDIArt | Andreas Uher; Portrait, Andrea Schwarzmann, Bundesabaeurin, Baeurin, Landwirtschaft, Hof,

Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der „ARGE Bäuerinnen“, ist die Solidarität mit Bäuerinnen in Lateinamerika wichtig. © MEDIArt | Andreas Uher

BREITES WISSEN
Unterstützung bekommt die kfb dabei von der „Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen“. „Auch wir arbeiten mit der Natur, auch wir brauchen ein breites Wissen dafür und sind zugleich auf den Segen von oben angewiesen. Und auch wir stehen für einen Stellenwert der Frauen ein“, sagt Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der „ARGE Bäuerinnen“. Es sei wichtig, immer wieder auch an Bäuerinnen zu denken, die in Ländern lebten, in denen Frauen noch stärker als hierzulande für ihre Anliegen kämpfen müssten. Engagement, wie es im Rahmen der „Aktion Familienfasttag“ praktiziert wird, stärke das Selbstbewusstsein von Frauen: einerseits in der Partnerschaft, auf ihren Höfen, aber auch in der Gesellschaft. „Und nur mit einem guten Selbstbewusstsein kann man auch etwas bewegen“, bekräftigt die Vorarlbergerin.

Teilen spendet Zukunft

Spendenkonto
„Aktion Familienfasttag“:

IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000
BIC: GIBAATWWXXX

Kennwort: teilen spendet zukunft/Code A2

Ihre Spende ist steuerlich -absetzbar.

Erschienen in „Welt der Frau“ 05/16 – von Romana Klär