11

17

Aktuelle
Ausgabe:
Zum Shop
Vom Unterfordern und Überfördern

Von Babyschwimmen, Babymalen, Babyzeichensprache, Babysingen, Babyturnen, Babymassage und Babymusical bis hin zu Frühförderung, Babysprachkurs und entwicklungsförderndem Kreativtraining. Das Angebot, um seinem Spross in der Großstadt das vermeintlich Beste an Trainings, Coachings und Workshops angedeihen zu lassen, ist unendlich. Leichte Beute sind vor allem wir verunsicherten und ambitionierten Ersteltern. Früh übt sich, wer später im beruflichen Leben ein erfolgreiches Mitglied der Leistungsgesellschaft werden will, schwingt in machen Kursbeschreibungen mit. Das kognitive Entwicklungspotential von Babys und Kleinkinder ist jedoch kein Sparschwein nach dem Motto: je mehr einfüllen, desto besser! Es wird Zeit, mit dem Förderwahnsinn bei unseren Kindern aufzuhören und ihnen Raum, Zeit und vor allem auch gelegentlich Langeweile zu gönnen! Langeweile ist so wichtig, denn sie forciert meiner Meinung nach Eigenantrieb, Kreativität und Eigenverantwortung!

Meine besten Ideen (oder auch Hirngespinste) entstehen entweder unter Zeitdruck oder aber vor allem aus Langeweile. Es lassen sich weder Kreativität, Sprachtalent oder gar Führungsqualitäten in Babykursen eintrichtern. Kinder werden doch auch nicht automatisch zu Bananen, wenn man sie auf gelbe Leinwände starren lässt. Manches Angebot in der Babyförderlandschaft kommt mir vor wie Geldmacherei mit den Ängsten der Eltern, ihr Baby könnte später einmal auf der Strecke bleiben. Diese Angst ist natürlich legitim, aber ein abgestresster Elternteil, der ein von Sinneseindrücken überrumpeltes, schreiendes Baby von Kurs zu Kurs hetzt, ist leider oft die Konsequenz. Den ein oder anderen sinnvoll erscheinenden Kurs zu machen, aus welchen Gründen auch immer, dagegen spricht aber sicher nichts, lernt man so auch andere Eltern kennen und kann sich austauschen oder sieht sein Kind aus einer anderen Perspektive. Ich werde nächste Woche mit Michl einen Kurs starten und bin sehr gespannt, was wir dort Lustiges und Spannendes erleben werden. Die anderen Tage der Woche werde ich versuchen mein Leben zu leben, Michl Aufmerksamkeit zu widmen, mit ihm Spaß zu haben und mit ihm zu spielen. Sein neuestes Lieblingsspielzeug? Ein Schuhkarton mit einem Loch. Manchmal ist das Leben echt einfach – im wahrsten Sinne.

 

 

 

 

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.