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Vorsätzliche Vorsatzlosigkeit

Als ich noch Studentin und Single war bestanden meine Vorsatzlisten vor allem daraus: eine neue Sprache lernen, mehr Sport treiben, viele Vorlesungen besuchen und vielleicht noch etwas für den nächsten Urlaub zusammensparen. Die Vorsatzliste als Künstlerin in einer festen Beziehung umfasste dann vor allem das gemeinsame Sparziel, wieder den Dauerbrenner Sport und einige Haushalts- und Ordnungsangelegenheiten. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die meisten aufrichtig vorgenommenen Vorsätze schleichend in die Versenkung verschwunden sind um dann als recyceltes, leicht variiertes Vorsätzchen kleinlaut am nächsten Jahresende zu reüssieren. Ein stattlicher Plumpsack hat sich so über die Jahre gefüllt. Wie die rasselnde Kette eines Gefangenen schleppe ich ihn nun hinter mir her und fühle mich in seinem Angesicht schuldig und faul.

Seit unser Michael unser beschauliches Leben ordentlich auf den Kopf gestellt hat habe ich schon auf die harte Tour gelernt: Vorsätze und hohe Erwartungen ruinieren den Moment und machen, sofern sie erfolglos bleiben, unzufrieden und betrübt. Die Gunst der Stunde nutzen, spontan sein und auch mal unkonventionell und zu komischen Zeiten Dinge erledigen und dann einfach zufrieden mit sich sein: das klappt viel besser und macht gute Laune. Hiermit kappe ich das Seil zu meinem persönlichen Vorsatz-Plumpsack, den ich von Jahr zu Jahr mitgeschleppt habe und starte das neue Jahr mit meiner schnuckeligen Kleinfamilie vorsätzlich vorsatzlos! Hipp hipp – hurra – 2015 ist da!

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