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...im Auge behalten...

Heute hängen meine Arme beinahe bis zum Boden hinunter und ich hab‘ einen Buckel. Warum? Nun, wir haben gestern unserem Kind beim Übersiedeln geholfen. Jetzt ist also auch mein Jüngster den gluckigen Flügeln seiner Mutter entfleucht, direkt in die Großstadt hinein, wo eh so viel passiert. Schnief. Zuerst wollte mich die Männerpartie gar nicht mitnehmen  und ihre Argumente waren ganz schön happig („Mama, du stehst uns nur im Weg“, „Mama, du machst alle fertig mit deinem Dreingscheitln“, „Mama, schone dich, das ist nichts mehr für dich“….), aber dann schaffte ich es doch, mich in den Übersiedlungsbus zu quetschen und mitzukommen.

Es ist ja nicht so, dass ich ein ausgemachter Schlepp-, Putz-, und Möbelaufbaujunkie wäre, bei Gott nicht. Und ich fühle mich auch nicht besonders knackig mit den Turnschuhen, dem Stirnband und dem Arbeitsgürtel für Werkzeug um die Hüfte. Aber ich wollte dabei sein, wollte wissen, wo das erwachsene Kind künftig schlafen und arbeiten wird. Das wird man einer Mutter wohl nicht verübeln können.

Die Männer fanden sich mit meiner Anwesenheit auf der Übersiedelungsbaustelle schnell ab, einige schätzten nach ein paar Stunden meinen Einsatz mit dem Besen richtig gehend, ebenso meine Bereitschaft, den Verpackungsmüll zwei Stockwerke nach unten zu befördern und zu entsorgen, und die Jause, die ich zwischenzeitlich besorgte. Dann war ich auch noch für Parkscheine und Getränke zuständig, sowie für kleine Zutragarbeiten. Am späten Abend war das meiste geschafft und ich auch. Das Kind schläft erstmals weit weg von mir in der großen Stadt, nicht weil es ein paar Tage Urlaub macht, sondern weil das jetzt sein Zuhause ist. Ich weiß, ich habe allen Grund, mich zu freuen, dass er so tüchtig und glücklich ist. Ich freu mich ja auch, umarme meinen Sohn im Herzen dennoch mit aller Liebe, die ich habe, und hoffe, dass ihn der liebe Gott mindestens genau so lieb hat wie ich und auf ihn achten wird, denn er sieht ihn in Zukunft öfter als ich…

Kommentare

One thought on “…im Auge behalten…”

  1. Brigitte Grüblinger sagt:

    Super Artikel!

    Auch bei uns ist der Tag sehr nahe,an dem unser “Nestscheisserl“ in die große Stadt zieht.Ich werde mich genau wie du sorgen,und mich so oft wie mir,von dem Nestflüchter, erlaubt wird bei ihm melden.
    Auf die Gefahr hin,keine moderne Mama zu sein .Was mir natürlich zu verzeihen ist,weil ich bei der Geburt von unserem Sebastian schon nicht mehr die knackigste war !Wie immer siehst du durch dein Herz auch in das Herz der Frauen deiner Generation! Danke für die tröstenden Worte !
    Liebe Grüße Brigitte

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