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Was kommt dir beim Wort „Zukunft“ in den Sinn? Was wirst du tun, wo und mit wem? Alexandra Grill sammelte Momentaufnahmen von Jugendlichen aus fünf Kontinenten.

Amelie (15), Wien, Österreich
In meiner Zukunft möchte ich einen Job, der mir Spaß macht. Außerdem will ich reisen! Ich habe vor, ein Auslandsjahr zu machen, ich will perfekt Französisch lernen. Sonst wünsche ich mir nicht viel, ich bin relativ offen, lass es einfach auf mich zukommen.

Juan Carlos (18), La Paz, Bolivien
Was ich mag? Mein Traum ist, Sänger zu sein. Ich habe dieses Talent zum Rappen! Und ich kann mit meinem Rap weiterkommen, nicht wahr? Ich zeige es ganz Bolivien! Alle meine Freunde sind Kinder der Straße. Es gibt viel Leid, aber wir halten zusammen. Wir sind für immer Brüder.

Andrea (15), Huajchilla, Bolivien
Mein größter Wunsch ist, dass ich eine gute Tänzerin werde, denn ich liebe die Musik. Mich faszinieren diese Verbindungen, die uns die Musik ermöglicht. Mit dem Tanzen kann ich allen mitteilen, was ich fühle und was ich denke.

Judith (15), Neumarkt, Österreich
Meine Träume für die Zukunft sind ganz verschieden. Das Wichtigste momentan: Ich will in die Welt reisen. Bald bin ich für fünf Monate in Costa Rica! Ich werde viel sehen, weil ich auch Zwischenstopps einlege. Ich hoffe, ich schaffe alles, was ich mir vornehme, das wird sicher alles super.

Bulbuli (18), Rudrapur, Bangladesch
Ich will bei meiner Familie leben. Ich mag es sehr, wenn Fremde hierherkommen. Ich würde gerne mit ihnen sprechen können, ohne Übersetzer.

Samale (19), geboren in Dhabad, Somalia, lebt jetzt in Steyr, Österreich; derzeit wartet er auf einen positiven Asylbescheid
Ich wünsche mir eine Zukunft mit viel Gesundheit und Freude für alle Menschen.

Alexandra (18), Tierra Promentida, Costa Rica
Früher war die Sehnsucht stärker, bei meiner Familie zu sein. Ich kenne meine Brüder kaum und meinen Vater erst seit Kurzem – aber auch nur flüchtig. Mein derzeitiges Ziel ist, die Matura zu machen, danach auf eine Zirkusschule zu gehen, und da will ich mich auf Luftakrobatik spezialisieren. Eigentlich denke ich immer nur an den Zirkus. Das ist mein Leben. Später werde ich vielleicht auf die Universität gehen und Zivilrecht, Architektur oder so etwas Ähnliches studieren. Aber als Erstes will ich Artistin sein und meine Jugend genießen.

Das Fotoprojekt „in my future“

59 junge Menschen hat „Welt der Frau“- Fotoredakteurin Alexandra Grill seit 2009 vor die Video- und auch die Fotokamera gebeten. Die bunte, ehrlich erzählte Vielfalt der Träume und Ziele faszinierte die Fotografin vielleicht auch wegen ihrer ganz persönlichen Frage: „Wohin wird sich wohl mein Sohn orientieren?“ Der durchwegs unbeschwerte, zuversichtliche Blick der Jugendlichen in die Zukunft war für sie immer wieder wohltuend. Mehr Bilder und den Film zum Fotoprojekt gibt es auf

www.alexandragrill.com

Erschienen in „Welt der Frau“ 11/17