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Winternacht

 

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,

Es kracht der Schnee von meinen Tritten,

Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;

Nur fort, nur immer fortgeschritten!

 

Wie feierlich die Gegend schweigt!

Der Mond bescheint die alten Fichten,

Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt

Den Zweig zurück zur Erde richten.

 

Frost! Friere mir ins Herz hinein,

Tief in das heißbewegte, wilde!

Dass einmal Ruh mag drinnen sein,

Wie hier im nächtlichen Gefilde!

 

 

(Nikolaus Lenau – österreichischer Schriftsteller, 1802 – 1850)

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