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...Zeiten ändern sich...

Sie reden nicht mit Haustieren? Sie füttern sie auch nicht mit der Hand oder bringen Ihnen aufwändige Kunststücke bei? Und Ihr Hund, Kater, Hamster, Frettchen, Goldfisch… liegt nicht bei Ihnen im Bett? Dann haben Sie wahrscheinlich noch Kinder im Haus, hab ich recht?

Ich war ja schon immer tierlieb, auch meine Kinder sind in diesem Sinne erzogen, und besonders seit sie da waren gab es je nach Lebensalter einen halben Zoo bei uns zuhause. Die kleinen Schnurrer, Schnorchler, Beller, Schmeichler, Nager und Taucher wurden immer gut und artgerecht versorgt, selbstverständlich. Doch das Zusammenleben mit meinen Haustieren – übriggeblieben sind nach der Hamster-, Meerschwein-, Ratten-, und Wellensittichphase zwei wohlgenährte Katzen – hat sich nach und nach verändert. Das hängt, glaube ich, mit dem Auszug der Kinder zusammen, seither mache ich mit und für meinen Blödi und die rote Rambolette (zwei kastrierte Jungs) Dinge, die mir früher unmöglich erschienen wären. Ich koche gelegentlich speziell für die beiden aus dem Kochbuch „Menüs für Vierbeiner“ etwas Leckeres nach. Ich investiere halbe Vormittage, um ihnen ein Kunststück beizubringen („Mach‘ die Rolle, Blödi! Los! Stell dich nicht so an!“). Und ich singe ihnen eigenartige Lieder vor, um die Stille des leeren Hauses zu durchbrechen („Unter dem Tisch liegt ein Fisch…tralala“)

Ja, manchmal vermisse ich meine erwachsenen, bestens auf eigenen Beinen stehenden Kinder! Ja, manchmal fällt mir im leeren Haus die Decke auf den Kopf. Ja, manchmal möchte ich die Zeit ein paar Jahre zurückdrehen, zurück zu jenen Tagen, wo sie noch ganz und gar mir gehört haben und ich keine Sekunde Ruhe hatte. Manchmal. Und ausbaden müssen diese Mama-Intensivgefühlsaufwallungen dann meine Katzen, die jetzt am Fußende meines Bettes schlafen dürfen, Lieder vorgesungen bekommen, und denen ich am Abend manchmal leise „Schlaf gut, mein rotes Buzi!“ zuflüstere, weil mein Herz voll mit so viel unbenötigter Mutterliebe ist. So ändern sich die Zeiten…

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